Reise blog von Travellerspoint

Wir ziehen um

Nachdem wir vier Jahre unseres Lebens in diesem wundervollen Land verbracht haben, fühlen wir uns bereit für etwas Neues: am 23. Oktober werden wir Neuseeland verlassen. Wir freuen uns darauf, Familie und alte Freunde in Deutschland wiederzusehen und sind gespannt auf die nächsten paar Jahre.

Bevor wir aber 2013 zurück in Deutschland sein werden, werden wir für ein paar Monate durch Südost-Asien reisen.

Somit wird es auch wieder wesentlich regelmäßigere Einträge geben. Allerdings nicht hier, denn dieser Blog zieht auch um. Ihr könnt uns ab sofort hier finden: DanielAndNicole.net.

Eingestellt von pie4dan 03:15 Archiviert in Neuseeland Kommentare (0)

Tongariro Crossing mit Andre

sunny 15 °C

Im März war unser deutscher Freund Andre in Neuseeland. Zusammen haben wir einen kleinen Trip unternommen. Hier schreibt er über das Tongariro Crossing: http://nebular81.blogspot.co.nz/2012/05/am-donnerstagmorgen-gegen-10-uhr-ging.html.

Eingestellt von pie4dan 19.05.2012 18:34 Archiviert in Neuseeland Kommentare (0)

Young-Wilkin-Track

Sylvester in den Bergen

Nach langer erdbebenbedingter Pause wollen wir endlich mal wieder etwas Normalität in unseren Blog bringen. Da gibt es ein paar Einträge nachzuholen, die hier auf keinen Fall fehlen dürfen. Ist alles nur schon ein bisschen her.

Kurz vorweg zur aktuellen Situation: Wir haben uns ganz gut in Auckland eingelebt. Daniels Job läuft super und Nicole hat schnell Arbeit als Nanny gefunden. Die Stadt hat sich etwas verändert, so dass es viel Neues zu entdecken gibt. Es wurden sogar Nachmieter für das Haus in Sumner gefunden - wir müssen also keine doppelte Miete mehr zahlen.
Hier wird es langsam Frühling und wir freuen uns auf die wärmeren Jahreszeiten.

So, jetzt aber!

Die freien Tage zwischen Weihnachten und Neujahr nutzten wir für eine viertägige Wanderung im Mount-Aspiring-Nationalpark im Südwesten der Südinsel. Der Young-Wilkin-Track ist recht anspruchsvoll und manchmal abenteuerlich. Los ging es ungewöhnlicher Weise mit einer Jetboat-Fahrt. Um zum Weganfang zu gelangen, müsste man alternativ den Fluss durchqueren (zu gefährlich) oder einen langen Umweg gehen (das hätte einen vollen Tag in Anspruch genommen). Eine rasante Fahrt auf dem Fluss fanden wir deutlich attraktiver. Gemeinsam mit ein paar anderen Wanderern wurden wir in hohem Tempo zum Start des Tracks gefahren. Ein guter Anfang!

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Der Weg zur ersten Hütte sollte laut Wanderführer sechs bis sieben Stunden beanspruchen. Entlang des Flusses wanderten wir durch ein Tal in typisch neuseeländischer Natur.

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An einem kleinen Unterstand verbrachten wir unsere Mittagspause gemeinsam mit einem anderen Pärchen und mit zahlreichen ungebetenen Gästen - Sandfliegenalarm! Diese kleinen Biester sind echt eine Plage und haben sich nur so auf uns gestürzt, um an unser Blut zu gelangen. Wir hielten uns daher nicht unnötig lange auf.

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Von hier an führte uns der Weg stetig nach oben und dem abenteuerlicheren Teil des Tages entgegen.

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Moosiger Buchenwald und Wasserfälle finden sich beinahe auf jeder Wanderung. So auch hier.

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An einer etwas kritischen Stelle mussten wir über glitschige Steine und Wasser auf die andere Seite des Weges gelangen. Neben der Stelle ging es abwärts und das Wasser floss recht schnell. Hier trafen wir auf zwei weitere Paare und gemeinsam überlegten wir, wie das Ganze am besten zu meistern wäre. Die beiden, mit denen wir die Mittagspause verbracht hatten, verabschiedeten sich hier und kehrten wieder um. Das weitere Pärchen und wir wollten es auf einen Versuch ankommen lassen. Mit etwas Vorsicht und Unterstützung unserer Trecking-Stöcke schafften wir es unbeschadet auf die andere Seite.

Es ging noch eine Weile auf und ab bevor wir die Young Hut erreichten. Die Hütte ist erst wenige Jahre alt und mit vielen netten Mitwanderern verbrachten wir einen gemütlichen Abend.

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Am zweiten Tag stand die Überquerung eines Sattels auf dem Plan. Zunächst galt es, über die Baumgrenze zu gelangen. Die Aussichten waren großartig.

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Schließlich fanden wir uns umgeben von steilen Felsen in einer dramatischen Kulisse. Ein guter Platz für ein Päuschen vor dem Anstieg.

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Und gerade als wir uns in Richtung oben bewegten, setzte heftiger Regen ein.

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Da macht man nix. Wir konnten uns nirgendwo unterstellen; wir mussten da hoch.

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Solch ein Wetterumschwung bringt es leider mit sich, dass die schöne Landschaft im Dunst verschwindet. Die Sicht vom Pass war trotzdem ziemlich gut, da sich die umliegenden Berge immer mal zwischen den Wolken zeigten.

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Es war ganz schön kalt da oben, so dass es wir uns nicht wunderten, Schnee vorzufinden.

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Da wir uns ganz oben befanden, konnte es von hier nur bergab gehen. Nachdem wir die Baumgrenze erreicht und einige steile Waldpassagen hinuntergestiegen sind, kamen wir in einem weiten Tal an und erreichten schließlich die Siberia Hut.

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Es war der 31. Dezember, doch um spätestens 23 Uhr lagen alle müden Wanderer auf ihren Matratzen. Nur ein Japaner, der allein unterwegs war, hatte sich um Mitternacht aus dem Schlafsack geschält, um das neue Jahr zu begrüßen. Wir verbrachten den wohl ruhigsten Sylvesterabend seit unserer Kindheit.

Wie schön, das Jahr 2011 an einer abgelegenen Stelle in den neuseeländischen Bergen zu begrüßen! Es sah nach einem klaren Tag aus. Perfekt!

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Dieser Tag war für einen Sidetrip reserviert. Wir würden am Abend wieder zur selben Hütte zurück kehren. Das heißt, wir konnten den Großteil unserer Sachen in der Hütte lassen, was eine große Erleichterung beim Wandern ist. Da die Wettervorhersage (die allerdings nie besonders verlässlich ist) andeutete, dass es nachmittags schlechter werden könnte, fand das Frühstück sehr früh statt (jedenfalls für unsere Verhältnisse).

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Ziel des Tagesausflugs war Lake Crucible - ein alpiner See in spektakulärer Lage. Wir waren sehr gespannt, was uns erwartete, denn wir hatten vielversprechende Bilder gesehen.
Es war schnell klar, dass wir nicht trockenen Fußes ankommen würden. Der Fluss musste mehrfach durchquert werden. Erfrischend!

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Bei den schwierigeren Passagen halfen uns unser Stöcke: Sie geben zusätzlichen Halt und die Wassertiefe lässt sich so einfach in Erfahrung bringen.

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Es war ein herrlicher Tag und der Weg zum See war bereits ein Highlight der gesamten Wanderung.

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Der See war nicht zu sehen, bis wir unmittelbar an dessen Rand standen. Wow, was für ein Anblick! Lake Crucible leuchtete in einem wunderschönen Blau-Türkis und überall auf der Wasseroberfläche schwammen Eisschollen. Wir hatten noch nie etwas derartiges gesehen und waren völlig beeindruckt von der Schönheit dieses Ortes. Bis auf ein weiteres Paar waren wir die einzigen Menschen dort. Wir machten eine wohlverdiente Mittagspause und genossen die Sonne und die Aussicht.

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Wir wollten dieses Erlebnis voll auskosten und blieben etwa drei Stunden, bevor wir uns auf den Rückweg zur Siberia Hut machten.

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Der vierte und letzte Tag des Young-Wilkin-Tracks war vor allem eins: nass. Da gibt es weder viel zu berichten noch zu zeigen. Wir wanderten ein paar Stündchen durch strömenden Regen, dem auch unsere vollständige Regenbekleidung irgendwann nicht mehr standhielt. Warm war es auch nicht gerade, also hieß es nur "bringen wir's hinter uns".

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Wir hatten organisiert, dass uns ein Jetboat am Fluss abholt. Da dies unsere einzige Möglichkeit war, dort wegzukommen, machten wir uns ziemlich früh auf den Weg, um das Boot bloß nicht zu verpassen. Das hatte zur Folge, dass wir eine Stunde warten mussten - ohne Unterstellmöglichkeit, aber in Gesellschaft netter Leute. Wir freuten uns wie die Blöden, als das Boot endlich ankam. Die Gedanken kreisten um warme Getränke, trockene Klamotten, leckeres Essen und vor allem eine heiße Dusche.
Doch zuerst kam eine Fahrt, die wir wohl nie vergessen werden. Man stelle sich vor, dass ein Jetboat mit sehr hoher Geschwindigkeit fährt. Der heftige Regen peitschte uns allen nur so ins Gesicht, so dass es unmöglich war, nach vorne zu gucken oder überhaupt die Augen offen zu halten. Schwierig zu beschreiben, aber das Ganze fühlte sich total surreal an. Wir mussten uns völlig kaputt lachen und den meisten anderen ging es ebenso.
Ein genialer Abschluss für einen abwechslungsreichen Track.

Eingestellt von pie4dan 25.09.2011 16:39 Archiviert in Neuseeland Kommentare (0)

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt

Plötzlicher Abschied von Christchurch

Im letzten Eintrag haben wir noch von schwachen und weniger häufigen Nachbeben geschrieben. Auch von gutem Timing zum Zeitpunkt des Erdbebens im Februar war die Rede. Wir wähnten uns sicher und dachten, das Schlimmste sei überstanden. Bis zum 13 Juni. An diesem Tag gab es erneut schwere Nachbeben. Zuerst eins der Stärke 5.7, wenig später ein 6.3er. Dieses war genauso heftig wie das Februarbeben, das wir ja glücklicherweise verpasst hatten. Leider war das Epizentrum diesmal aber direkt in unserer Umgebung, also noch näher als im Februar. Da wir beide Zuhause waren, bekamen wir die volle Kraft zu spüren. Kein schönes Erlebnis und deutlich heftiger, als alle vorangegangenen Beben. Wir verkrochen uns unterm Tisch und harrten dort aus, bis es ein wenig ruhiger wurde. Dann verließen wir schleunigst das Haus und rannten hinunter, weg vom Hang.

Sumner, unseren geliebten kleinen Beach-Vorort, traf es an diesem Tag besonders hart. Auch von unserem Hang stürzten diesmal Felsbrocken hinab. Ein Exemplar krachte durch den Zaun auf unserer Einfahrt und hinterließ dort ein Loch. Die Straße, in der wir wohnten, wurde von einem riesigen Stein blockiert. Als Folge von Erdbeben tritt häufig Grundwasser an die Oberfläche (Liquefaction), diesmal auch in unserer Straße. Wir waren echt geschockt.

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Unser Haus schien zwar okay zu sein, aber nach diesem Erlebnis stand für uns fest, dass wir zumindest vorerst nicht mehr dort schlafen wollten. So kamen wir bei Freunden im Norden der Stadt unter. Im Laufe der Woche entschieden wir uns dann, dass wir Christchurch frühzeitig und endgültig verlassen würden. Also packten wir unsere Sachen, räumten das Haus und verabschiedeten uns schweren Herzens. Etwas leichter wurde das Ganze durch die Tatsache, dass wir ohnehin vor hatten, demnächst auszuziehen.

Da Daniel einen tollen neuen Job in Auckland an Land gezogen hat, stand mehr oder weniger fest, dass wir wieder nach Auckland ziehen würden. Wir waren bereits auf der Suche nach Nachmietern. Unser Mietvertrag für das Haus gilt bis Oktober und lässt sich nur auflösen, wenn wir Nachmieter finden. Das sieht jetzt nach den weiteren Erdbeben natürlich umso schlechter aus. Leider lässt uns die Maklerfirma nicht frühzeitig aus dem Vertrag. Wir haben erklärt, dass wir ausgezogen sind, da wir uns dort überhaupt nicht mehr sicher fühlen, aber wir sind dennoch an den Vertrag gebunden. Das bedeutet, dass wir weiterhin Miete zahlen müssen. Wir hatten auf etwas mehr Entgegenkommen aufgrund der außergewöhnlichen Umstände gehofft, doch bei Geld hört das Verständnis offenbar auf. Für uns war es trotzdem die richtige Entscheidung. Wir müssen uns nun nicht mehr mit Erdbeben herumplagen.

Der Van war ganz schön voll gepackt, aber nach wie vor passt all unser Hab und Gut hinein.

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Nachdem wir Christchurch verlassen hatten, führte uns der Weg zunächst nach Nelson, wo wir eine Woche bei den Freunden verbrachten, die uns schon im Februar aufgenommen hatten. Seit Ende Juni sind wir nun tatsächlich wieder in Auckland. Auch hier mussten wir nicht ins Hotel, sondern sind bei sehr netten Menschen untergekommen. Wir sind total dankbar, dass wir in insgesamt drei verschiedenen Haushalten wohnen durften. Alle waren so lieb und großzügig und wir schätzen uns sehr glücklich, in dieser Situation auf die Hilfe anderer zählen zu können. Ein gutes Gefühl!

Nun ist es an der Zeit, nach vorne zu schauen. Wir haben eine nette Bleibe gefunden, in die wir am kommenden Wochenende einziehen werden. Auckland ist grundsätzlich teurer als Christchurch, daher fällt die neue Unterkunft nicht so luxuriös aus, wie das Haus in Sumner. Mit unserer Wahl sind wir aber absolut zufrieden. Wir beziehen ein 2-Bedroom-Apartment in unserem Lieblingsstadtteil Devonport. Auch diesmal haben wir uns einen kleinen Vorort mit Urlaubsflair ausgesucht. Der Strand ist nur einen Katzensprung entfernt und im Ort gibt es viele kleine Läden, Restaurants und Cafés. Daniel fängt seinen Job am 1. August an und wird mit Bus und Fähre ins Büro fahren. Nicole wird ebenfalls nach einem neuen Job Ausschau halten und sich ansonsten dem Schreiben von Texten für Kunden, hauptsächlich fürs Internet, widmen.

Obwohl die Zeit in Christchurch turbulent und manchmal nervenaufreibend war, möchten wir dieses Kapitel unserer Neuseeland-Zeit keinesfalls missen. Verglichen mit dem vorangegangenen Jahr in Auckland haben die zehn Monate auf der Südinsel weitaus mehr genossen. Es war toll, in solch einem Ort und Haus zu wohnen, wir haben Kontakte geknüpft, Nicole hatte zwei Nanny-Jobs und wir fühlten uns rundum wohl. Wir hatten eine richtig gute Zeit da unten. Es wäre perfekt gewesen, wären da nicht diese dummen Erdbeben dazwischen gekommen. Auf jeden Fall wird es bei uns nie langweilig und wir sind um einige Erfahrungen reicher. Außerdem haben wir wirklich viel unternommen und die wunderschöne Südinsel noch ein bisschen besser kennengelernt.

Jetzt bekommt Auckland seine zweite Chance. Wir halten euch auf dem Laufenden.

Eingestellt von pie4dan 21:03 Archiviert in Neuseeland Kommentare (1)

Kurzes Update...

...aus Christchurch

Wie der Titel schon verrät, sind wir aktuell in Christchurch. Nach dem Erdbeben im Februar haben wir zunächst drei Wochen in Auckland verbracht. Daniels Chef hat uns in einem unmöblierten Apartment untergebracht und Daniel hat vom Büro seiner Firma aus gearbeitet, ganz so wie vor dem Umzug. Ideal war das alles nicht, aber wir fühlten uns nicht sicher in unserem Haus am Hang und es tat gut, aus der Katastrophenstadt zu entkommen und keine Nachbeben ertragen zu müssen. Als wir erfuhren, dass unser Haus und der Hügel von Ingenieuren gecheckt und für sicher befunden wurden, kehrten wir dann zurück nach Christchurch. Allerdings nur für ein paar Tage - die nächste Woche verbrachten wir im sonnigen Nelson (im Norden der Südinsel), wo ein Kollege von Daniel von Zuhause arbeitet. Er und seine Freundin hatten uns eingeladen und wir nutzten die Gelegenheit, um nochmals dem Erdbeben-Gebiet den Rücken zu kehren. Es war eine schöne Woche mit netten gemeinsamen Abenden und auch ein bisschen Outdoor-Aktivitäten in Form von Wandern und Mountainbiken. Anschließend ging es zurück nach Hause. Jedoch wieder nicht für lang. Zwei Wochen Urlaub (hier auf der Südinsel) standen an.

Am Ostersonntag kehrten wir dann zurück, und diesmal waren wir nicht gleich wieder auf dem Sprung. Mittlerweile wurde der Notstand in Christchurch aufgehoben. Nachbeben gibt es nach wie vor, aber sie werden seltener und die meisten sind nicht sonderlich stark. Wir haben uns die Innenstadt angesehen. Einige Teile sind noch abgesperrt und es muss noch viel getan werden. Es ist ein Bild der Zerstörung und es werden Jahre vergehen, bis die City wieder belebt sein wird. Hier gibt es Fotos von Sumner, wo wir leben: http://www.flickr.com/photos/pie4dan/sets/72157626220585909/. Hier von der Innenstadt http://www.flickr.com/photos/pie4dan/sets/72157626578494001/. Sehr traurig! In unseren Augen war Christchurch die schönste Stadt Neuseelands. Wir sind heilfroh, dass wir das große Beben verpasst haben. Gutes Timing!

Wie es jetzt genau für uns weiter geht, ist noch nicht zu 100% entschieden, daher mehr dazu, wenn alles in trockenen Tüchern ist. In der Zwischenzeit gibt es aber noch ein paar Einträge nachzuholen, die in Kürze folgen.

Eingestellt von pie4dan 23:05 Archiviert in Neuseeland Kommentare (0)

Uns geht's gut

...nach dem Erdbeben

Uns geht es gut.
Zum Zeitpunkt des Erdbebens in Christchurch sind wir einige hundert Kilometer entfernt durch die neuseeländischen Berge gewandert.
Wir sind heute wieder zurück nach Christchurch gefahren und haben unser Haus begutachtet. Von außen machte es einen guten Eindruck (und der Hang auf dem es gebaut ist auch). Innen ist hauptsächlich ein Glasregal und eine Glasuhr zu Bruch gegangen. Strom gibt es wieder, nur die Wasserversorgung lässt noch auf sich warten.

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Da viele Straßen an Steinhängen gesperrt und/oder evakuiert worden sind, fühlen wir uns nicht sicher länger im Haus zu bleiben. Wir haben nur die wichtigsten Dinge rausgeholt und sind nun erstmal temporär in einem Zimmer auf einem Campingplatz im Westen Christchurchs.
Wir wissen noch nicht so ganz genau wie es jetzt in naher oder gar ferner Zukunft weiter geht. Wir hoffen aber, dass wir in spätestens einigen Wochen in unser Haus zurückkehren können, dass es dann wieder Wasser gibt und dass jemand den Hang und das Haus begutachtet hat und für sicher befunden hat.

Für die aktuellsten Informationen könnt ihr am besten Daniels Twitter Stream verfolgen.

Eingestellt von pie4dan 00:16 Archiviert in Neuseeland Kommentare (2)

Cass-Lagoon Track

Verlängertes Wochenende im Craigieburn Forest Park

Ganz in der Nähe des Arthur's Pass National Park liegt der Craigieburn Forest Park, der im Winter eines der vielen Skigebiete der Südinsel darstellt. Ist der Schnee größtenteils geschmolzen, lässt es sich hier gut wandern. Als Ende Oktober wegen des Labour Days ein langes Wochenende anstand, fuhren wir mit unserem kleinen Van los, um die Campingsaison einzuläuten. Die Nacht vor dem Track verbrachten wir an einem schönen Platz, wo wir nahezu allein waren. Es war herrlich, abends den Sternenhimmel zu bestaunen.

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Am nächsten Tag begannen wir den zweitägigen Cass-Lagoon Track. Da der Anfang und das Ende des Walks etwas auseinander liegen, parkten wir am Ende der Strecke und fuhren dann per Anhalter zum Startpunkt. Das hatte den Vorteil, dass wir am zweiten Tag bei Ankunft sofort am Auto waren und nicht erst noch den Daumen raushalten mussten.
Der erste Tag sollte laut Wanderführer etwa 6 bis 7 Stunden beanspruchen. Wir waren etwas überrascht, dass es zu dieser Jahreszeit und trotz höherer Lage tierisch warm war. Frisch motiviert begannen wir also den Track.

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Zunächst folgt man eine ganze Weile einem Flussbett und läuft am Cass River entlang. Das Besondere und für uns Neue war, dass man den Fluss ständig durchqueren muss, wobei man gerne mal bis über die Knie im Wasser steht. Da waren wir ganz froh, dass es so schön warm war. Die Schuhe lässt man bei solchen Aktionen übrigens grundsätzlich an, da die Gefahr, sich das Fußgelenk zu verletzen ansonsten zu groß ist. Außerdem war die Strömung teilweise relativ stark, so dass wir uns manchmal lieber einhakten, um mehr Halt zu haben.

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Der Cass-Lagoon Track ist generell etwas abenteuerlich, denn es gibt keinen angelegten Wanderweg, sondern nur Wegweiser. Daher fällt er in die Kategorie "Route" - die meist anspruchsvolleren und weniger stark frequentierten Tracks Neuseelands. Auf der gesamten Wanderung musste man ab und zu Acht geben, dass man keine Markierung verpasst. Stellenweise war es nicht ganz klar, wo es langgehen sollte, was die Sache etwas interessanter machte. Irgendwann führten uns die Wegweiser in den Wald.

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Man kann sich für den Walk auch drei Tage Zeit lassen, dann muss man aber mit, ähm, sagen wir mal sehr einfachen Hütten Vorlieb nehmen. Wir machten hier nur Pause. Soweit wir wissen, schlief auch sonst keiner dort.

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Wie das nunmal so ist, es vergeht kaum ein Wandertag ohne Aufstieg. Diesmal galt es, den Cass Saddle zu erreichen. Von allzu schlimmen Strapazen kann aber nicht die Rede sein; es ging eher mäßig hinauf. Der höchste Punkt lag dabei auf gut 1300 Metern. Die Aussicht war natürlich klasse und es lag sogar ein wenig Schnee herum.

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Der Weg zur Hütte führte eine lange Strecke bergab.

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Es wollte und wollte nicht enden und da wir recht spät gestartet waren, erreichten wir die Hamilton Hut erst in der Dämmerung. Diese Fotos entstanden am nächsten Morgen:

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Ein weiterer langer Tag stand bevor. Fit und ausgeruht verließen wir die Hütte und stießen bald auf diese "Brücke":

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Nach einiger Zeit im Wald machten wir unsere erste Pause vor einer uralten Hütte, die allenfalls noch als Schutz in einer Notsituation herhalten würde. Witzig!

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Die nächste Pause (dazwischen ging es durch Wald und steiniges Flussbett) fand an einer anderen kleinen Hütte statt. Hier war es schön und sonnig und wir waren so erschöpft, dass wir tatsächlich ein kleines Nickerchen hielten.

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Das Aufraffen fiel schwer, aber es lagen nur noch 2-3 Stunden vor uns. Die Ausblicke waren beeindruckend, die Wegbeschaffenheit weniger. Es ging ewig über Tussok-Grasflächen, die völlig im Matsch versanken. Da das Gras recht hoch ist, konnte man kaum sehen, wo man hintrat, so dass wir diverse Male stolperten, halb umknickten und knöcheltief im Matsch standen. Nicht schön! Nun ja, dann eben auf die Aussichten konzentrieren.

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Als wir den Wald erreichten, wussten wir, dass wir bald am Track-Ende und somit an unserem Van ankommen würden.

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Und wie wir uns freuten, als wir es geschafft hatten!

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Für die erste mehrtägige Wanderung nach der Winterpause war diese vielleicht etwas zu heftig, was vor allem an der Länge der beiden Tage lag. Wir waren erschöpft, aber glücklich, angekommen zu sein. Im Nachhinein würden wir das Fazit ziehen, dass der Track landschaftlich schön, aber nicht wahnsinnig spektakulär ist (muss es ja auch nicht immer sein). Pluspunkte gibt es für die Flussdurchquerungen, die Draht-Brücke und die Routenfindung.

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Eingestellt von pie4dan 16.01.2011 01:06 Archiviert in Neuseeland Kommentare (0)

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